Ein Staudenbeet anlegen

Staudenbeete sind praktisch, schön und letztendlich auch kostengünstiger als jedes Jahr neue einjährige Pflanzen aus der Gärtnerei zu beschaffen.

Zunächst muss die Grasnarbe entfernt werden, dazu nimmt man am besten eine Grabgabel oder ersatzweise einen Spaten. Wundern Sie sich nicht, wenn ihre Gras- oder Wiesennarbe nicht so leicht abgeht oder dicker ist als die Rasennarbe aus Fachzeitschriften!

Etwa 0,5 m² Bodenfläche ergibt schnell eine ganze Schubkarre voll mit Grassoden. Für diese müssen Sie einen geeigneten Ablageplatz im Garten finden.

Dort werden die Rasenschollen mit dem Gras nach unten aufgestapelt. Je nach Breite und Länge schafft man so richtige Grassodenhügel mit bis zu 150cm höhe. Wer hat, kann noch Mist (oder Hornspäne) mit in die Grassoden einarbeiten und zusammen aufsetzen. Das ist aber nicht notwendig.

Zurück zum Staudenbeet selbst: die Breite und Länge bleibt der eigenen Vorstellungskraft überlassen, allerdings gibt es praktische Größen. Unter 0,5 m Breite lohnt ein Beet fast kaum, hier passt immer nur eine Staude hinein, alle Stauden stehen in Reih und Glied. Unter 0,5 m, also z. B. nur 0,3 m, können bestenfalls mit Einjährigen Blumen oder Steingartenpflanzen besetzt werden. Viele Stauden neigen früher oder später dazu, groß und prächtig zu werden, wir sollten den entsprechenden Raum einplanen.

Wie beim Gemüsebeet müssen wir die Beetflächen zur Pflege erreichen, 0,6 m erreicht man je von einer Seite. Alles, was weiter entfernt ist, muss durch Trittplatten begehbar gemacht werden. Ab einer Breite von 1,2 m bekommen wir gut drei Reihen Stauden auf unser Beet: Vorn die niedrigeren Bodendecker, dahinter mittlere und in der letzten Reihe Kletterpflanzen und Riesen. Hat man den Platz nicht, kann man auch nur zwei Reihen machen: Eine niedrige oder mittlere vorne und dazwischen mehrere Solitärstauden.

Beete, die man von zwei Seiten sehen kann haben am besten folgende Einteilung: Niedrig Hoch Niedrig.

Wenn man die Abmaße kennt, fasst man anschließend das Beet ein, hierzu gibt es eine reihe möglicher Materialien: Rasenkantensteine aus Beton oder Naturstein, Holz, Pflastersteine, Natursteine oder man macht eine englische Rasenkante. Dabei muss jedes Jahr mehrfach die Kante abgestochen werden, sehr edel und schön, aber aufwendig.

Um so ungleichmäßiger der Rand, um so schwieriger gestaltet sich auch später das Mähen. Natursteine sind sehr hübsch, aber mehr für naturnahe Gärten und milde Gärtner geeignet. Wer eine akkurate Kante bevorzugt, sollte Rasenkantensteine und Mähsteine setzen.

Um den Verlust des Humus auszugleichen, verteilen wir reichlich Kompost auf dem Beet, denn mit der Grasnarbe haben wir auch Mutterboten abgetragen, der nun wieder aufgefüllt werden sollte.

Ein Staudenbeet kann man dann mit und ohne Planung anlegen: Es wirkt besonders schön, wenn man gleich mehrere Stauden einer Sorte pflanzt oder später teilt. Durch die Wiederholung wirkt das Beet ruhiger und es blüht zur gleichen Zeit an mehreren Orten. Mehr zu Planung könnt ihr in Staudenbeete planen lesen.

Teppichphlox

Teppichphlox

Pflegeleichte Stauden sind beispielsweise die Kokardenblume, Teppichphlox, Phlox und Nelkenwurz.

Wer nicht plant, sollte in der Gärtnerei auf den Aufdruck "mehrjährig" achten. Die Pflanzabstände variieren von Pflanze zu Pflanze, generell kann man aber sagen, es sollten gut 0,5 m Abstand zwischen den einzelnen Stauden gelassen werden.

Ein guter Trick ist, die Stauden gleich zur Pflanzung zu teilen, soweit es möglich ist. Man verringert dann die Pflanzabstände entsprechend: Die Lücken werden sich so schneller schließen. Besonders einfach lassen sich Nelkenwutz und Storchschnabel teilen, aber auch Kokardenblumen, soweit es ihre Größe schon zulässt.

Für das Frühjahr ist es vorteilhaft, wenn man gleich bei der Pflanzung oder im nächsten Herbst Blumenzwiebeln setzt. Narzissen und Tulpen setzt man am besten in kleinen Tuffs aus 5 der 6 Zwiebeln. Da man die Stiele nicht direkt nach der Blüte abschneiden kann, sondern warten muss, bis diese vertrocknet sind, sieht das besser aus, als wenn überall im Beet kreuz und quer langsam verwelkende Stengel herausgucken.

In den vorderen Reihen machen sich Traubenhyazinthen gut.

Die Zwischenräume könnte man mit Rindenmulch abdecken, dass sieht ordentlich aus, hat aber einige Nachteile:

  • Die Gerbstoffe mindern das Wachstum
  • Der Rindenmulch macht den Boden sauer

Besser wäre entweder gar keine Bodenbedeckung zu verwenden und regelmäßig zu hacken oder eine gemischte Mulchdecke anzulegen. Das kann grober Kompost sein, Rasenschnitt, Laubhäcksel, Beinwellblätter oder auch Stroh. Unter den Mulch gibt man am besten noch eine Handvoll Hornspäne, denn beim Umsetzungsprozess des Mulches in Kompost (was früher oder später passiert) wird zunächst Stickstoff im Boden gebunden.

Nach jeder Pflanzung muss die Pflanze gründlich angegossen werden und in den nächsten Wochen auch weiterhin bei Trockenheit etwas gegossen und gepflegt werden.

Pflege des Staudenbeetes

Sobald die Blüten verblüht sind, müssen diese abgeschnitten werden, einerseits blühen dann viele Stauden nocheinmal, andererseits sieht es auch etwas ordentlicher aus. Im Herbst kann man die Blüten bis zum Frühjahr stehen lassen, das ist gut für die Nützlinge in unserem Garten. Außerdem säen sich so manche Blumen auch noch aus und unser Beet wird schneller dicht.

In den ersten Jahren kann man in die Lücken noch gut einjährige Blumen setzen: Stiefmütterchen (die übrigens auch wieder kommen können und oft gar nicht so einjährig sind), Löwenmäulchen, Vergissmeinnicht und Tagetes.

Aufkommendes Unkraut muss immer wieder entfernt werden, am besten bevor es in Blüte geht und Samen ausbildet.

Zeitaufwand für das Staudenbeet

Universal Werkzeug für den Garten. Ich steche damit Unkraut, pflanze Stauden, teile Stauden... und zum Möhren ernten ist es auch super!

Für ein mehr oder minder – nicht absolut perfekt – gepflegtes Staudenbeet, wie wir es vom Berufsgärtner erwarten würden, benötigt man weniger Zeit als zum Mähen des Rasens, wenn wir die Anlage außer Acht lassen. Außerdem sieht es besser aus und macht mehr Freude. Wie viel Zeit man einplanen muss, ist etwas schwer abzuschätzen, da es auf den Boden und auch auf den Unkrautdruck ankommt. Man muss mindestens drei mal im Jahr gründlich jäten.

Im öffentlichen Bereich sagt man bei Mischpflanzungen pro Quadratmeter etwa 5 bis 10 Minuten im Jahr, allerdings dürfen sich die Beete hier auch verändern. Wenn der Storchschnabel die Primeln überrennt, ist das eben so.

Um so gründlicher die Pflanzen ausgesucht werden, um so unwahrscheinlicher ist das aber - man sollte Storchschnäbel eben nicht neben Primeln pflanzen.