Kompost515

Kompostzusätze: Kalk und Gesteinsmehl

Was wofür geeignet ist und welche Mengen eingesetzt werden sollten

Kalk

Kalk gehörte in alten Kompostrezepten eigentlich immer mit zum Standardverfahren, allerdings hat sich die Meinung mittlerweile geändert und man sollte darüber nachdenken, wie man seinen Kompost verwenden möchte und woraus er besteht.

Hat man Mist zur Verfügung, sollte kein Kalk zugegeben werden, das wusste man auch früher schon und hat deshalb eine Hälfte des Gemüsegartens gekalkt und die andere Hälfte mit Mist gedüngt. Gäbe man Mist und Kalk zusammen, erhielte man das giftige Ammoniak und würde den Stickstoff verlieren.

Setzt man einen Laubkompost aus sauren Nadeln und beispielsweise Eichenlaub auf, kann man gern etwas Kalk hinzugeben, wenn man den Kompost vielfältig im Garten nutzen möchte. Wenn man Algenkalk verwendet, kann man bis zu 2-3 Kilo pro Kubikmeter Kompostmaterial hinzusetzen.

Allerdings kann man sich auch überlegen, ob man nicht extra einen sauren Kompost aufsetzen möchte. Viele Böden sind zu alkalisch, um Rhododendren, Heidelbeeren und Azaleen zu beherbergen. Viele Hobbygärtner kaufen deshalb extra saure Kunstdünger und tauschen ihre Erde mit extra Erdsubstraten aus, um Heidegärten zu gestalten. Den Aufwand und die Kosten ließen sich einsparen, wenn man langfristig an die Planung herangeht und zunächst die passenden Substrate selber herstellt. Im Optimalfall stellen wir dazu den Kompost dort auf, wo später die säure liebenden Pflanzen gepflanzt werden sollen. Wir sparen uns dadurch die Arbeit, den Kompost später herum zu tragen und versäuern den Boden direkt an Ort und Stelle. Wer keine großen Mengen an Laub hat, könnte mit einer Flächenkompostierung an diesen Stellen beginnen.

gekörnt für den Garten

Etwas billiger, aber nur bei lehmigen Böden und unter Vorsichtsmaßnahmen, kann Branntkalk verwendet werden. Branntkalk ist ungelöschter Kalk und wird in Verbindung mit Wasser heiß und ätzend. Man sollte aber höchstens ein Kilo pro Kubikmeter verwenden. Durch die schnellen chemischen Prozesse, die ablaufen, ist die Wirkung recht direkt, es wird jedoch auch Stickstoff aus dem Material ausgetrieben.

Gebrannten ungelöschten Kalk immer trocken lagern, bei Verbindung mit Wasser entsteht Hitze. Beim Ausbringen auf Handschuhe und Augenschutz achten. Staub nicht einatmen.

Eine Alternative dazu kann kohlensaurer Kalk sein (ähnlich dem Algenkalk) , aber nicht zu verwechseln mit Kalkstickstoff, der erst verteilt werden darf, wenn das Material angerottet ist. Das Material muss schon angerottet sein, weil bei der Zugabe von Kalkstickstoff im Kompost Blausäure entsteht und Blausäure ist, wie wir wissen, giftig und z. B. in Eicheln, Kirschkernen und Apfelkernen enthalten. Diese Säure tötet etwa 10 Tage lang den Großteil unserer gepflegten Bodenorganismen. Nach und nach kehren die Bodenorganismen in den Kompost zurück, und der Kompost hat dann den Vorteil, dass viele Unkrautsamen und Krankheitserreger vernichtet wurden. Trotzdem sollte man sich den Einsatz gut überlegen, immerhin wollen wir den Boden beleben und nicht desinfizieren mit Kompost.

Außerdem sei an dieser Stelle noch darauf hingewiesen, keinen Alkohol, nachdem Kalkstickstoff ausgebracht wurde, zu trinken: Wird der Staub des Kalkstickstoffes eingeatmet, kann der Körper ein bestimmtes Enzym zum Alkoholabbau nicht mehr herstellen. Abbauprodukte des Akohols reichern sich dann im Blut an und können zu Schwindel, Übelkeit und Hitzewallungen führen.

Gesteinsmehle und Sand

Urgesteinsmehl als Bodenverbesserungsmittel

Urgesteinsmehl als Bodenverbesserungsmittel

Gesteinsmehl kann in Jauchen und Brühen aufgelöst werden und dann in flüssiger Form auf das Gartenland gebracht werden. Bei Jauchen kann es Gerüche auf ein erträgliches Maß mindern.

Kompost kann man Sand und/oder Gesteinsmehl zugegeben, je nach vorliegender Bodenart. In der Regel gibt man bei lehmigen und festen Böden Sand hinzu, um die Bodendurchlüftung zu verbessern, sandige Böden enthalten mehr Lufteinschlüsse durch die gröbere Zusammensetzung.

Bei ohnehin schon sandigen Böden ist dagegen die Wasserspeicherfähigkeit und auch die Fähigkeit zur Speicherung von Düngemitteln nicht gut, weshalb Tonmehl dem Kompost als Bodenverbesserer zugegeben werden kann.

Je nach Produkt enthalten Gesteinsmehle auch Spurenelemente, die auch als eine Art Dünger fungieren (eigentlich ist es ein Bodenhilfsstoff, der die Aufnahme und Abgabe verbessert und in dem nebenbei noch Spurenelemente enthalten sind). Im Besonderen in Gärten, in denen beispeilsweise nur über Kompost und Hornmehl gedüngt wird, kann Gesteinsmehl eine gute Ergänzung darstellen.

Bis zu 30 kg Gesteinsmehl pro Kubikmeter Kompost können zugesetzt werden, bei einer direkten Verteilung auf dem Beet kann man von etwa 4 kg/m² ausgehen.

Soweit die einfache Theorie: Grundsätzlich sollte man für ein optimales Ergebnis seinen Boden kennen und auf die verarbeitete Gesteinssorte achten.

In der Regel erhält man Gesteinsmehl, auch Urgesteinsmehl genannt, aus Basalt oder Diabas oder Gesteinsmehl aus Quarzit, Granit, Schiefer, Syenit oder Marmor oder Bentonit aus Tonmehlen.

Mit feinem Gesteinsmehl lassen sich auch Insekten, wie Läuse und Kartoffelkäfer an Pflanzen durch abpudern bekämpfen. Am besten Morgens nach dem Tau mit einer Puderspritze aufbringen.

Das Mehl ist mit einer Korngröße kleiner als 0,2 mm und kann nur in diesem vermahlenen Zustand den Boden verbessern. Vermahlene Rohphosphate aus beispielsweise Kalk oder Kieserit dagegen zählen als mineralischer Dünger und nicht als Bodenverbesserungsmittel.

Diese Unterscheidung liegt im Besonderen daran, dass die in den Inhaltsangaben der Produkte aufgelisteten chemischen Stoffe nicht direkt pflanzenverfügbar sind. Man kann davon ausgehen, dass etwa nur 5% der Nährstoffe aufgenommen werden können.

Grundsätzlich ist es aber so, dass das enthaltende Silizium die Krümelstrukturbildung der Erde verbessert und eine Phosphatmobilisierung erlaubt.

Zur Neutralisierung von Säuren (saurer Boden) kann Gesteinsmehl auch eingesetzt werden, allerdings liegt die Neutralisationskapazität der Silikate zehnmal niedriger als die von Carbonaten. Vereinfacht kann man sagen: Diabas wirkt eher alkalisch und Basalt eher sauer. Ersteres Gesteinsmehl kann daher gut im Gemüsegarten eingesetzt werden. Obwohl man Basalt als saures Gestein angibt, ist der pH-Wert dennoch höher als der ideale pH-Wert für Moorbeetpflanzen.

Zusammenfassend

In den Kompost kann Kalk verschiedener Ausführungen zugegeben werden, je nachdem ob man einen neutralen Gartenkompost herstellen möchte oder gern ein saures Substrat herstellen möchte. Wer gern einen neutralen Kompost haben möchte und nicht zwischen tausenden Varianten wählen möchte, dem sei Algenkalk empfohlen.

Bei lehmigen Böden gibt man Sand als Bodenverbesserer hinzu, um die Durchlüftung des schweren Bodens zu verbessern.

Bei Sandboden gibt man Tonmehle (Bentonit) hinzu, um die Wasserhaltefähigkeit und die Fähigkeit zur Speicherung von Nährstoffen (Dünger) zu verbessern.

Gesteinsmehle kann man hinzugeben, um die Bindung von Ton-Humuskomplexen zu fördern und die Krümelstruktur des Bodens zu verbessern. Fehlt es an Eisen, so wählt man Lava-Gesteinsmehl, möchte man nur grundsätzlich Spurenelemente hinzugeben und den Boden grundsätzlich anreichern, verwendet man am besten Gesteinsmehl aus Diabas, da dieses eher alkalisch als sauer ist.

Möchte man seinen Boden gesundpflegen, ist neben den hier erklärten Produkten am besten vorab ein Bodentest zu machen, denn man kann nur behandeln, was man erkennt!