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Kartoffelmiete im Freien

Wer keinen Kartoffelkeller hat, muss kreativ werden. Früher hatten arme Familien oft keinen geeigneten Keller - der Aufwand ließ sich sehen.

Man wählt im Garten einen möglichst etwas höher liegenden Platz aus, der relativ eben und wasserfrei sein sollte.

Je nach Menge der Kartoffeln, die eingelagert werden sollen, wird nun ein Graben ausgehoben. Dieser kann 4-6 Fuß (120-180 cm) breit sein und 2 bis 2 1/2 Fuß (60-76 cm) tief. Im Querschnitt ergibt sch ein Dreieck mit abgeflachter Spitze. Der Graben dient nur als Drainage und Belüftung und nicht als Lager selbst.

Der Lagerplatz ergibt sich dadurch, dass auf den Graben quer Bretter oder Stangen gelegt werden. Diese müssen dick genug sein um die Ernte zu tragen. Darauf folgt eine Lage Stroh oder Tannen bzw. Fichtenreisig als Bett für die Kartoffeln. Es dient eigentlich dazu, dass keine Kartoffeln durch die Bretterlücken fallen können. Dabei lässt man das Ende und den Anfang des Grabens offen, damit auch Luft durch den Graben durchziehen kann.

Auf das Bauwerk werden jetzt Kartoffeln aufgeschichtet und anschließend mit einem Strohdach versehen. Das kann man sich wie ein Reetdach vorstellen, auf dem Oben Strohhalme herausgucken.

Die Seiten des Daches werden mit dem Garbenaushub verkleidet. Die Erde muss dabei gut angepresst und angeklopft werden.

Je nach Bodenbeschaffenheit kann anschließend noch ein Wassergraben angelegt werden. Dieser muss rund um die Miete laufen und sollte Verbindungen zum Graben haben. So kann das Wasser nach außen abfließen.

Auf die Miete kommen dann nochmal 3-4 Zoll (90-120 cm) dicke Matten aus Schilf, Nadelstreu oder Stroh. Darauf folgt wieder Erde die aus dem Wassergraben gewonnen wurde.

Wenn es schneit, kann noch zusätzlich Schnee von Wegen und Grünflächen aufgesammelt und auf die Miete gebracht werden. Diese Schicht schützt zusätzlich vor Frost. Sobald es taut muss diese Schneeschicht so schnell wie möglich entfernt werden, um ein Durchfeuchten der Miete zu verhindern. Heutzutage würde man sich sicherlich mit einer Plane behelfen.

Ist das Wetter mild und relativ warm, muss ab und zu die Miete an den Enden geöffnet und gelüftet werden. Danach muss sie aber genauso sorgfältig wie vorher verschlossen werden. Wer an dieser Stelle spart kann seine Ernte schnell verlieren.